Samstag, 5. September 2009

Tricksereien um UKW-Frequenz in Schleswig-Holstein

Aktuell bewerben sich drei Radioveranstalter um eine 400 Watt UKW-Frequenz (96,7 MHz) auf der Insel Föhr in Schleswig-Holstein. Bei der zuständigen Medienanstalt Hamburg-Schleswig Holstein (MAHSH) in Norderstedt haben Radio Schleswig-Holstein und der Offene Kanal ihr Interesse angemeldet. Dritter Bewerber ist Sylt-Funk, an dem der Otto-Versand-Erbe, Frank Otto über seine Medien Beteiligungsgesellschaft formell ein Drittel der Anteile hält. Dieses Unternehmen ist außerdem an Delta Radio (19,87%)in Schleswig Holstein, Radio 95 (51%)in Hamburg und Kiss FM (50,02%) in Berlin beteiligt. Mit dem NWZ-Verlag (49%) im niedersächsischen Oldenburg, hat Otto einen potenten Partner in seiner Beteiligungsgesellschaft. Der Verlag gibt unter anderem in Oldenburg die Nordwest-Zeitung heraus.
Was ist aber an der UKW-Frequenz für die kleine Insel Föhr von Interesse? Nach Auskunft der MAHSH können damit neben dieser Insel die beliebten Urlaubsinseln Amrum und der Süden von Sylt versorgt werden, dazu kommt die Insel Langeneß und ein Teil des Festlandes. Wer den Zuschlag von der MAHSH bekommt, wird sich frühestens Anfang Oktober oder erst im November entscheiden.
Bemerkenswert ist, dass der Medienstaatsvertrag für HH und SH keinen lokalen Hörfunk vorsieht. Wie kann sich Frank Otto trotzdem um die einzelne Frequenz bewerben? Im Jahr 2008 hatte ihm die MAHSH eine Zulassung ("Medienführerschein") für ein Online-Radioprogramm erteilt. Das Programm ist aber bis heute im Internet nicht auf Sendung gegangen! Im Umfeld der Medienanstalt vermutet man, dass die Lizenz nur ein Manöver war, um sich formell als landesweiter Veranstalter um einzelne UKW-Frequenzen in Schleswig-Holstein bewerben zu können. Bei der MAHSH betont man, auf absehbare Zeit seien keine weiteren UKW-Einzelfreuqenzen für das Bundesland zu erwarten.

Kommentare: