Dienstag, 15. Mai 2012

RTL will „Heilige Kuh“ schlachten – Zielgruppe 14-49 vor dem Aus?


Geht es nach den Wünschen von Martin Krapf, Chef des TV-Werbezeitenvermarkters IP-Deutschland, werden künftig nicht mehr die 14- bis 49-jährigen Zuschauer die wichtigste Zielgruppe der privaten Fernsehsender sein. Künftig will sich sein Unternehmen auf die 20- bis 59-Jährigen als Top-Zielgruppe konzentrieren. IP gehört zum Bertelsmann-Konzern und vermarktet die Werbezeiten von RTL, Super RTL, Vox und des Nachrichtenkanals n-tv. Bereits seit dem letzten Jahr veröffentlicht IP die Zuschauermarktanteile nicht nur für 14- bis 49-Jährige, sondern auch für 20- 59-Jährige. Jetzt will man ab dem nächsten Jahr nur noch die Zahlen der älteren Zielgruppe veröffentlichen, meldete im Frühjahr das Fachblatt Werben und Verkaufen.

Helmut Thomas Coup

Sollte es der RTL-Group und seinem Vermarkter gelingen, die Altersstruktur der „Hauptwährung“ des Verkaufs von Werbezeiten zu erhöhen, würde damit eine Ära im deutschen Fernsehen zu Ende gehen. Mitte der 1980er Jahre hatte der damalige RTL-Chef, Helmut Thoma die vermeintlich wichtigste Altersgruppe zwischen 14 und 49 Jahren erfunden. Er wollte damals seinen Sender RTL (Volksmund: Rammeln, Töten, Lallen) deutlich jünger und damit für Werbetreibende attraktiver positionieren als die öffentlich-rechtliche Konkurrenz. Der Coup gelang und bald tanzten alle Sender um das Goldene Kalb 14-49. Über den RTL-Chef und seine Zielgruppe lästerte 2003 der Werbemanager Bernd Michael auf den Münchner Medientagen: „Thoma hat das zu jedem Anlass mit seiner österreichischen Penetranz als Erfolgskriterium propagiert.“

Reaktion auf den demografischen Wandel – Deutschland wird Alt

Weshalb soll aber jetzt Thomas „Heilige Kuh“ von IP geschlachtet bzw. buchstäblich aufs Altenteil geschoben werden? Seit 2010 überschreiten die geburtenstarken Jahrgänge der 1960er Jahre zunehmend die 50er Grenze, gleichzeitig sinkt die Zahl jüngerer Menschen in Deutschland. Schon 2003 hatte der Altersdurchschnitt fast der Hälfte aller Zuschauer von RTL, Sat 1 und Kabel1 über der magischen 49-Grenze gelegen. Damals bezeichnete der Werbemanager Michael Krautwald die Altersbegrenzung 14-49 als „Fata Morgana“ und betonte: „Alter ist kein konsumtrennendes Merkmal mehr.“ Andererseits gehen die Werbemanager immer noch davon aus, dass die Konsumenten ihre bevorzugten Produktmarken vor dem 35. Lebensjahr finden.
Viele Werbetreibende orientieren sich bei Werbebuchungen verstärkt an sozialen Strukturen, also den vielfältigen Lebens- und Konsumstilen einzelner Bevölkerungsgruppen (Sinus Milieus). Trotzdem gilt der Erfolg bei den 14-49-Jährigen aber immer noch als zentrale „Währung“ für die Attraktivität eines TV- oder Radiosenders. Allerdings machen Werbetreibende ihre Buchung von Werbezeiten davon abhängig, wie viel sie pro erreichtem Zuschauer oder -hörer bezahlen müssen (1000-Kontaktpreis). Sinkt die absolute Zahl aller Einwohner zwischen 14-49 Jahren, steigt damit der zu zahlende Kontaktpreis pro Tausend. Erweitert man jetzt die Altersgruppe nach Oben, steigt diese Zahl wieder und der Kontaktpreis sinkt - das dürfte das Kalkül von IP sein.

RTL ist schon lange kein „junger Sender“ mehr

Auf das Problem der alternden Gesellschaft für die Kommerzsender will IP mit der veränderten Zielgruppe reagieren. So will man die Attraktivität der RTL-Senderfamilie für die werbetreibende Wirtschaft bewahren und nimmt auch in Kauf, dass der Marktanteil von RTL sinkt. Laut W&V würde der Marktanteil des Senders von 18,4% (14-49) auf 17% (20-59) sinken. Dabei würde aber die Zahl erreichter Zuschauer wohl zunehmen. Deutlich auf jüngere Zuschauer ausgerichtete Programme, wie etwa Pro Sieben müssten dagegen mit deutlichen Einbußen bei Marktanteilen und Zuschauerzahlen rechnen (11,7% auf 8,5%). Vielleicht erklärt das den bisherigen Widerstand des TV-Vermarkters SevenOne Media, der die Sender des einstigen Kirch-Imperiums (Sat 1, ProSieben, Kabel 1)vermarktet? Somit bleibt unklar, ob sich der IP-Vorschlag durchsetzen wird. Irgendwie sehen alle TV-Manager in jüngeren Zielgruppen einen Fetisch für den Erfolg des Sender – davon sind auch Öffentlich-Rechtliche nicht geschützt.

Festzustellen bleibt: Helmut Thoma ist es in Deutschland gelungen, mit dem Start des kommerziellen Privatfernsehens den Standard 14-49 über Jahrzehnte als Maßstab für den Erfolg eines Fernsehprogramms durchzusetzen – unabhängig davon, wie relevant er jemals war. Deshalb sollte ihm IP-Deutschland wenigstens ein Denkmal vor der RTL-Zentrale in Köln setzen.

Donnerstag, 15. März 2012

Radio MA 2012: ARD-Programme verlieren junge Hörer

Junge Leute hören wieder vermehrt Radio, das zeigen die aktuellen Zahlen der Radio Media Analyse (MA 2012/I)*. Demnach schalten täglich fast 70% aller 10-19- Jährigen – 5,8 Millionen – ihr Radio ein, ein Zuwachs um 50 000 innerhalb eines halben Jahres. Sie hören dabei täglich im Durchschnitt 129 Minuten Radio. In der ARD-Mitteilung dazu heißt es dazu ziemlich euphemistisch: „Weiterhin sehr erfolgreich sind die ARD-Sender, bei den jungen Hörerinnen und Hörern." Die Realität sieht aber anders aus: 2,9 Millionen der 5,8 Millionen jungen Hörer schalten täglich ein öffentlich-rechtliches Programm ein - ein Minus von 115 000 gegenüber dem letzten Halbjahr. Dagegen konnten die Privaten ihren Vorsprung in dieser Altersgruppe um 200 000 tägliche Hörer auf 4,2 Millionen weiter ausbauen**

Alle Radiomacher muss aber nachdenklich stimmen, dass die Radionutzung bei den 10- 19-Jährigen weiterhin deutlich unter dem Durchschnitt aller Einwohner ab 10 Jahre liegt. Immerhin hören dagegen täglich etwa 80% aller Einwohner, die älter als 10 Jahre sind, also 58,4 Millionen Menschen in Deutschland, ihr Radiogerät ein und hören dabei durchschnittlich 250 Minuten lang.

ARD verliert nicht nur bei Jüngeren

Die Verantwortlichen der ARD-Anstalten können auch insgesamt mit dem Anteil aller Hörer nicht zufrieden sein. Innerhalb von sechs Monaten schalteten täglich 640 000 Menschen weniger eines der 52 ARD-Radioprogramme ein. Die ARD erreicht damit nur noch 38,3 Millionen Einwohner, während die mehr als 200 Privatsender mit 33,6 Millionen Hörern ihren Anteil um fast 700 000 Hörer steigern konnten.

Hauptverlierer der ARD-Programme sind der Westdeutsche Rundfunks (-360 000 Hörer), der Norddeutsche Rundfunk (-222 000) und der Bayerische Rundfunk (-140 000 Hörer) sowie der Hessische Rundfunk (-113 000 Hörer).

Interesse an Werbewellen sinkt

Insgesamt haben die durch Werbung finanzierten Dudelprogramme der öffentlich-rechtlichen und kommerziellen Veranstalter im letzten Halbjahr Hörer verloren. Hierbei entscheidet über den Erfolg nicht die Zahl der erreichten Hörer vom Vortag, sondern die Menge der Hörer pro Werbestunde***. Diese Zahl ist für die werbetreibende Wirtschaft ausschlaggebend, denn sie entscheidet, wo Werbezeiten eingekauft werden. Vor allem in der zentralen Altersgruppe der 14- 49-Jährigen haben die Werbewellen innerhalb von sechs Monaten rund 200 000 Hörer verloren.

Zusammengerechnet erreichen alle Werberadios pro Stunde etwas mehr als 23,3 Millionen Hörer. Dabei erreichen die öffentlich-rechtlichen Dudelwellen noch 11,27 Millionen Hörern, ein Minus von 176 000 Hörern. Die Kommerziellen Privatradios konnten ihren Höreranteil dagegen mit über 12 Millionen Hörern pro Stunde und einem Minus von 20 000 Hörer knapp halten.

Besonders unangenehm dürfte den Managern aller Werbewellen der Rückgang in der jüngsten Altersgruppe (10 – 29) aufstoßen. Mit knapp 4,8 Millionen Hörern pro Werbestunde in dieser Altersgruppe, verlor der Dudelfunk fast 100 000 Hörer und erreicht noch 26% der 10- bis 29-Jährigen. Bei den 14- bis 49-Jährigen schalte dagegen stündlich noch über 33% eine Werbeprogramm ein.

*Zweimal im Jahr werden durch fast 65 000 Telefoninterviews die Hörgewohnheiten aller in Deutschland lebenden Einwohner über 10 Jahre erfasst, die die deutsche Sprache verstehen. Auftraggeber ist die Arbeitsgemeinschaft Media Analyse (AGMA), in der rund 260 Unternehmen der Werbebranche sowie öffentlich-rechtliche und private Radioveranstalter zusammengeschlossen sind.

** Quelle: ARD-Werbung Sales & Services (AS&S), 7.März 2012, Mehrfachnennungen bei der Programmnutzung möglich

*** Quelle: ARD-Werbung Sales & Services (AS&S) sowie Radio Marketing Service Hamburg (RMS), Montag-Freitag, 6-18 Uhr, Bruttowert-Mehrfachnennungen möglich

Dienstag, 3. Januar 2012

Kein Interesse an Fernsehnutzung im Knast oder Pflegeheim

Bei der Messung der TV-Zuschauerzahlen in bundesdeutschen TV-Haushalten (36,04 Mio**), spielen die Insassen von Justizvollzugsanstalten oder Pflegeheimen keine Rolle. Dabei befanden sich 2009 in Deutschland etwa 71.000 Menschen in staatlichem Gewahrsam, während 717,000 Pflegebedürftige in Heimen* betreut wurden (Stand 2009). Gemessen an der Gesamtbevölkerung von 71,94 Mio**, über 3 Jahre, macht diese Gruppe immerhin gut 1% aller Einwohner aus. So mancher TV-Sender würde sich darüber freuen, wenn seine Quoten diese Hürde schaffen würde. Ebenfalls unberücksichtigt bleiben die über 17 Millionen Menschen, die sich jährlich zur stationären Behandlung im Krankenhaus aufhalten (2009).*

Den Privatsendern dürften die Gefängnis- und Pflegeheiminsassen egal sein, denn sie sind keine Zielgruppe für die Fernsehwerbung. Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) benötigt aber für die genaue Messung der Medienkonzentration die vollständigen Daten. Deshalb heißt es in ihrem 14. Jahresbericht: "Die KEK weist bereits seit längerem auf (...) die Vernachlässigung (...) der Außer-Haus-Nutzung in öffentlichen Einrichtungen (...) hin." (S. 76 ff).

Die für die Zuschauermessung verantwortliche Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) veröffentlicht nur die Marktanteile der Fernsehprogramme ihrer Mitglieder und der TV-Unternehmen, die bei ihr eine Lizenzen zum Bezug der Daten erworben haben. "Diese unvollständige Datenbasis stellt die KEK vor ein Problem, wenn sie Aussagen über die Programmnutzung von Fernsehveranstaltern, die nicht Mitglied- bzw. Lizenznehmer der AGF sind, treffen muss." Weiter kritisiert die KEK, dass die AGF bisher keine Anstalten getroffen hat, auch die TV-Nutzung per Computer und Internet zu erfassen. Dabei seien für die KEK "Informationen bezüglich der Fernsehnutzung über alle Distributionswege wichtig."

Zur AGF hatten sich 1988 die öffentlich-rechtlichen und großen privaten Fernsehveranstalter zusammengeschlossen. In ihrem Auftrag misst die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) die TV-Nutzung von knapp 11.500 Menschen in 5100 ausgesuchten Haushalten in Deutschland**. Weder AGF noch GfK sehen bisher eine Veranlassung, an der von der KEK kritisierten Messweise etwas zu ändern. (Siehe auch Blogeintrag vom 26. September 2011: Online-TV spielt für Fernsehprogramme (noch) keine Rolle). Zumindest für die Messung der Online-Fernsehnutzung liegen die Pläne aber bereits in den Schubladen der Verantwortlichen bei AGF und GfK. Umgesetzt werden solle sie aber erst dann, wenn dieser Nutzungsweg bei den Zuschauern die Fünfprozenthürde überspringt.

* Alle Daten aus dem 14. Jahresbericht der Kommission zur Ermittlung der Konzentration in den Medien
** Angaben laut AGF-Homepage: www.agf.de

Dienstag, 29. November 2011

Jüdisches Thessaloniki - "Die Mutter Israels"


Wer heute die zweitgrößte Stadt Griechenlands - Thessaloniki - besucht, kann sich kaum vorstellen, dass Griechen bis 1912 hier nur eine Minderheit waren. Zu Beginn des 20.Jahrhunderts lebten in der damals zum Osmanischen Reich gehörenden Stadt etwa 70 000 Juden - rund die Hälfte aller Einwohner. Griechen waren, wie andere ethnische und religiöse Bewohner des Osmanischen Reiches, nur eine Gruppe im multikulturellen Saloniki.
Dem Archäologischen Museum ist es jetzt zu verdanken, dass seit September 2011 ein Jahr lang in einer Ausstellung an das einst vielfältige jüdische Leben der Stadt vor 1943 erinnert wird. Thessaloniki war, seit der Gründung vor über 2300 Jahren, immer auch Treffpunkt unterschiedlicher Kulturen und Religionen. Jeder gab der Stadt einen eigenen Namen, die Griechen Thessaloniki, die Türken Selanik und die Juden Salonika. Am Fuße des 1200 Meter hoch gelegenen Chortiatis-Berges, ist die Stadt mit heute 300 000 Einwohnern und einem Einzugsgebiet von einer Million Menschen nach Athen die zweitgrößte Stadt Griechenlands. Sie ist vor allem das wichtigste Wirtschaftszentrum des Landes.
Wirtschaft und Handel prägten Thessaloniki seit Jahrtausenden, denn hier verlief der antike Handelsweg „Via Egnatia“. Er verband einst Nordeuropa und den Balkan mit Byzanz – dem heutigen Istanbul – und dem Orient. Gegründet wurde Thessaloniki im Jahr 315 vor unserer Zeitrechnung durch den makedonischen König Kassandros. Er benannte die Stadt nach seiner Frau, Thessalonike, einer Halbschwester Alexanders des Großen. Nach der Teilung des Römischen Imperiums im Jahr 395 nach Christus wurde Thessaloniki dann Teil des Oströmischen Reiches, das vom Kaiser in Konstantinopel regiert wurde. Von dessen einstiger Macht künden heute noch in Saloniki die Ruinen großer römischer Bauten im Stadtzentrum.

Jüdisches Leben seit dem Altertum


Wann genau die ersten Juden nach Thessaloniki kamen, lässt sich nicht genau sagen. Aber bereits 145 v. Christus lebten hier so genannte Romanoiten. Später kamen im 14. und 15. Jahrhundert Juden aus Deutschland, Ungarn und der Provence in die Stadt. Nachdem der spanische König 1492 alle Juden des Landes verwiesen hatte, siedelten sich etwa 20 000 sefardische Juden, auf Einladung des Osmanischen Sultans, in Thessaloniki an. Dadurch entwickelte sich die Stadt später zu dem Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit in Europa. Der Dichter Samuel Usque (1500-1555) nannte die Stadt deshalb: „Die Mutter Israels“. Die Sefarden in Salonika sprachen über die Jahrhunderte das vom Spanischen und Portugiesischen geprägte „Ladino“. Die erste Druckerei wurde hier bereits 1506 von zwei Sefarden gegründet. Zwischen 1865 und 1920 erschienen alleine in Thessaloniki rund 40 verschiedene jüdische Zeitungen und Zeitschriften. Im Jahr 1931 erreichten die jüdischen Tageszeitungen Salonikas eine tägliche Auflage von 25 000 Stück.

Bis zum Zweiten Weltkrieg gab es in der Stadt etwa 50 verschiedene Synagogen, heute existieren noch zwei davon für die etwa eintausend Köpfe zählende Gemeinde, Die meisten der jüdischen Einwohner waren arme Handwerker, Hafenarbeiter oder Fischer. Einige Familien kamen durch Handel und Industrie zu Wohlstand und ließen sich Ende des 19.Jahrhunderts repräsentative Villen am Stadtrand errichten. Viele Häuser stehen heute noch und werden öffentlich genutzt, aber kaum jemand kennt noch ihre jüdische Geschichte.
Nach der Niederlage der Osmanen im ersten Balkankrieg (1912) endete die Herrschaft des Sultans über Nordgriechenland. Am 26.Oktober 1912 erreichten griechische Truppen Thessaloniki, nur wenige Stunden vor den Verbündeten Bulgaren. Nach dem es zwischen den Verbündeten ein Jahr später zum zweiten Balkankrieg (1913) kam, der für Bulgarien mit einer Niederlage endete, wurden Thessaloniki und weite Teile Makedoniens Griechenland zugesprochen. Nach der Eroberung verließen nicht nur die meisten Türken die Stadt –1881 war hier Kemal Atatürk zur Welt gekommen - auch ein Teil der jüdischen Bevölkerung ging mit ihnen.

Der verheerende Brand von 1917


Während des Ersten Weltkrieges brach im August 1917 im jüdischen Viertel in der Altstadt ein verheerendes Feuer aus. Hier lebten damals viele Kriegsflüchtlinge und in einer der beengten Unterkünfte brach damals das Feuer aus. Es fehlte Löschwasser und so verloren etwa 50.000 Juden ihr Heim, denn erst nach 32 Stunden konnte der Brand gelöscht werden. Nachdem über ein Drittel des damaligen Stadtgebietes zerstört waren, beauftragte die griechische Regierung den französischen Architekten Ernest Hébrard damit, die Innenstadt neu zu errichten. Er ließ Prachtbauten im Art-Deco-Stil und breite Boulevards bauen und so erinnert die Innenstadt noch heute an das Pariser Vorbild.
Die jetzt obdachlosen jüdischen Innenstadtbewohner siedelte man in Randbezirken neu an.

War das Verhältnis zwischen orthodoxen Griechen und Juden nach 1912 schon nicht konfliktfrei, so verschärften sich diese nach Ende des Ersten Weltkrieges. Während in Nordeuropa der Frieden im November 1918 kam, versuchte die griechische Regierung ab 1919, große Teile des türkischen Festlandes zu erobern. So sollte etwa Smyrna (heute Izmir), mit seiner großen griechischen Bevölkerung, erobert werden – einige Politiker in Athen träumte gar von der "Befreiung" Konstantinopels (Istanbuls). Diese Pläne scheiterten an der von Atatürk organisierten türkischen Revolution und so vereinbarte man 1923 den Austausch der jeweiligen Bevölkerungsminderheit. In Folge dieser „kleinasiatischen Tragödie“, mussten etwa 1,5 Millionen Griechen in der Türkei und rund 500 000 Türken in Griechenland ihre Heimat verlassen. Für das im Ersten Weltkrieg verarmte Griechenland war das kaum zu bewältigen. Viele Flüchtlinge wurden in und um Thessaloniki angesiedelt. Viele von ihnen lehnten die Juden ab, sie sahen in ihnen Kollaborateure, die von den Osmanen bevorzugt behandelt worden seien. Die Spannungen führten dazu, dass in den 1920er Jahren viele Juden ihr Salonika verließen. Im Jahr 1931 kam es in einem Stadtteil zu antijüdischen Angriffen durch griechische Faschisten, darauf hin verließen weitere 15 000 Juden ihre Heimat.


Vernichtung der Jüdischen Gemeinde im Zweiten Weltkrieg


Trotzdem lebten bis 1941 weiterhin rund 56 000 griechische Juden in Thessaloniki. Mit dem Einmarsch Deutscher Truppen am 4. April 1941 begann sofort ihre Verfolgung. Ihnen wurde umgehend der Besuch von Cafes und Geschäften verboten.
Bundesarchiv, 183-R99237
Die deutschen Besatzer schürten antijüdische Stimmungen bei den Griechen, in dem sie die Juden für die verheerende Hungersnot 1941/42 verantwortlich machten. 


Am 11. Juli 1942 mussten sich, auf Anweisung der Besatzer, alle männlichen Juden zwischen 18 und 45 Jahren auf dem heutigen Elefterios (Freiheits) Platz sammeln.
11. Juli 1942 Elefterios Platz
 Bundesarchiv 101I-168-0894-20A
Dort standen sie stundenlang in der Sommerhitze und wurden von den Besatzern öffentlich gedemütigt - und das unter den Augen vieler deutscher und griechischer Zuschauer. Ab Februar 1943 mussten die Juden hier den gelben Stern tragen und sich rund um das Bahnhofsviertel in einem Ghetto ansiedeln. Von hier aus wurden sie zwischen März und August 1943 in insgesamt 19 Güterzügen in die Vernichtungslager nach Polen transportiert. Nach Auschwitz kamen 48 533 Deportierte, von denen sofort 37 386 in den Gaskammern ermordet wurden. 



Ein Deutscher Soldat schlägt einen Juden - und seine Kameraden amüsieren sich - Bundesarchiv, 101I-168-0895-07A

Claude Lanzmann produzierte 1985 den neunstündigen Dokumentarfilm "Shoah" über die Vernichtung der Juden während des Zweiten Weltkrieges. Im Film gibt es keine Foto- oder Filmdokumente über den Massenmord. Überlebende Opfer kommen zu Wort und hier findet sich auch eine Passage über die Vernichtung griechischer Juden in Auschwitz, die aus Thessaloniki und der Insel Korfu dort hin transportiert worden waren. 

Schwieriges Erinnern

 

 Die Verantwortlichen für die Vernichtung der griechischen Juden wurden später niemals zur Rechenschaft gezogen. So konnte sich der SS-Führer Alois Brunner (geb. 1912) nach dem Krieg nach Syrien absetzen und lebte unter der Assad-Diktatur unbehelligt in Damaskus. Der für Thessaloniki zuständige deutsche Kriegsverwaltungsrat Max Merten (1911-1971) kehrte sogar 1957 in die Stadt zurück, um vor Gericht für seinen einstigen Dolmetscher auszusagen. Er wurde zwar Verhaftet und zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt – aber bereits nach einem Jahr nach Deutschland entlassen. Dort wurde ein Verfahren wegen Beihilfe zum Mord aufgrund der eingetretenen Verjährung im Jahr 1968 eingestellt.
heutiges Mahnmal
Heute findet man in Thessaloniki kaum etwas, was an die einst so lebhafte jüdische Gemeinde und an ihre Auslöschung erinnert. Nur am Freiheitsplatz, in der Nähe der alten Fischhallen, findet sich ein Denkmal. Es erinnert in Form eines jüdischen Leuchters an die Bewohner und ihr Schicksal. Die Stadt tut sich mit ihrem jüdischen Vermächtnis heute noch schwer. So befand sich auf dem Gelände der heutigen Universität auf 300 000 Quadratmetern ein jüdischer Friedhof mit etwa einer halben Million Gräber. Bereits nach 1912 hatte die griechische Stadtverwaltung Interesse an Teilen des Geländes für die Stadterweiterung geäußert. Es kam aber zu keiner Einigung mit der jüdischen Gemeinde.
Alliierter Soldaten vor einem deutschen Schützengraben, der mit jüdischen Grabsteinen ausgebaut worden war.
Anfang 1943 erteilten die deutschen Besatzer den Befehl zum Einebnung des über 500 Jahre alten jüdischen Friedhofes. Daran beteiligten sich auch griechische Kollaborateure, wie der Gouverneur Simonids. Vor allem die vielen Grabplatten aus Marmor waren begehrtes Baumaterial und wurden als Straßenbelag oder beim Hausbau verwendet.
Diese Zerstörungswut führte dazu, dass man heute nur noch im jüdischen Museum einige wenige, der teilweise mehrere hunderte Jahre alten Grabsteine sehen kann. Hier finden sich auch alte Fotografien vom Anfang des 20.Jahrhunderts, die Juden in ihren bunten Trachten zeigen. Einige der Fotos sind in Farbe, sie stammen aus der Sammlung der französischen Foto- und Filmstiftung Albert Kahns. (Der französische Unternehmer schickte bereits 1912 Fotografen nach Saloniki, die heute noch beeindruckende Farbaufnahmen machten - auf ARTE lief dazu 2011 eine wunderbare mehrteilige Dokumentation.)
Auch die Universität von Thessaloniki hält es bis heute nicht für nötig, an den einstigen jüdischen Friedhof zu erinnern, auf dessen Gelände ihre Gebäude stehen. Seit Jahren bittet die jüdische Gemeinde bisher vergeblich darum, die geplante U-Bahn Haltestelle an der Universität „Alter Jüdischer Friedhof“ zu nennen. Fragt man den Kurator des Jüdischen Museums von Thessaloniki, Evangelos Hekimoglou, warum sich Stadt mit ihrer jüdischen Geschichte so schwer tut, antwortet er diplomatisch: „Sie dürfen nicht vergessen, dass 90 Prozent der heutigen Einwohner keine Wurzeln in Thessaloniki haben, ja nicht einmal hier geboren wurden.“ Das Interesse an der Geschichte des Ortes insgesamt sei nur gering: „Deshalb wissen die meisten Leute hier nichts über die jüdische Vergangenheit ihrer Stadt.“ Er sei jedenfalls froh darüber, dass sich jetzt das Archäologische Museum dem Thema angenommen hat und meint, dies sei der Verdienst der Direktorin Veleni-Adam Polyxeni
Stolz auf ihre Heimat, der manchmal in Nationalismus umschlägt, spielen auch heute noch in Griechenland eine Rolle. Manche Griechen verdrängen lieber die Erinnerung daran, dass Thessaloniki bis 1912 alles andere als eine griechische Stadt war. Anscheinend gibt es immer noch Ängste bei den politisch Verantwortlichen der Stadt, von jüdischer Seite könnten Forderungen nach Entschädigung für den geschändeten Friedhof gestellt werden.

Wer sich mehr über das einstige jüdische Leben in Thessaloniki informieren will, sollte auf jeden Fall das 1997 eröffnete jüdische Museum im Stadtzentrum besuchen. Es liegt nicht weit entfernt von der schönen Hafenpromenade und dem Freiheitsplatz. www.jmth.gr/

Siehe Auch: http://www.sueddeutsche.de/politik/holocaust-ueberlebender-heinz-kounio-deutsch-hat-mir-in-auschwitz-das-leben-gerettet-1.2836262-2

Montag, 26. September 2011

Online-TV spielt für Fernsehprogramme (noch) keine Rolle

Zwischen 80 und 90 Prozent aller Internetnutzer haben noch nie ein Angebot einer Mediathek eines TV-Senders genutzt, dies zeigt die aktuelle Onlinestudie von ARD und ZDF.* Über ihre Mediatheken bieten die kommerziellen sowie öffentlich-rechtlichen Fernsehsender einzelne Programm zum Online-Abruf an. Dagegen haben innerhalb von vier Wochen fast die Hälfte aller Onliner in Deutschland (49%) das Videoportal YouTube genutzt. Bei insgesamt etwa 52 Millionen Surfer in Deutschland, erreicht You Tube damit bei uns monatlich etwa 25 Millionen Onliner. Aber auch hier zeigt die Studie, dass immerhin 35% - also mehr als 18 Millionen Internetnutzer - noch nie You Tube angeklickt haben.

Die öffentlich-rechtlichen Mediatheken von ARD und ZDF bieten fast drei Viertel des Programms auch zum Abruf im Internet. Sie erreichen wöchentlich gut 10% der Onliner, also jeweils etwas mehr als 5 Millionen Zuschauer per Internet. Dazu kommen noch jeweils zwischen 3 und 4 Prozent Internetnutzer, die einmal die Woche ein öffentlich-rechtliches Angebot über YouTube abrufen. Insgesamt erreichen die Mediatheken von ARD und ZDF in der Woche maximal etwa acht Millionen Zuschauer. Allerdings betonen rund 80 % aller Internetnutzer, noch nie die Mediathek von ARD oder ZDF genutzt zu haben.

Blickt man auf die Onlinenutzung der kommerziellen Programmangebote von RTL, Sat 1 und Pro Sieben, stehen ARD und ZDF allerdings noch besser da. So erreichen Pro Sieben.de und RTL Now in der Woche jeweils rund 7% aller Internetnutzer (3,6 Mio.), während Sat 1.de auf magere 2% Reichweite kommt (1 Mio). Dagegen haben zwischen 84% und 93% aller Onliner noch nie ein Videoportal eines Kommerzsenders besucht.

Insofern ist es nachvollziehbar, warum die kommerziellen TV-Unternehmen immer darauf gedrängt haben, dass die Öffentlich-Rechtlichen ihre TV-Angebote in der Regel nur 7 Tage nach der Ausstrahlung auch im Internet anbieten dürfen. Die leicht verderbliche Flimmerware der Privaten reizt dagegen nur wenige Zuschauer. Ergo lässt sich damit bisher auch nur wenig Geld verdienen, sei es über Internetwerbung oder Pay-Per-View. Die Privaten fürchten sich davor, dass ARD und ZDF künftig ihre Programschätze aus den Archiven kostenlos Online anbieten.

Das bisher eher mäßige Interesse an den Online-Mediatheken dürfte erklären, warum die Messung der TV-Marktanteile der Online-Abrufe im Rahmen der GfK-Zuschauererhebung noch auf der Stelle tritt. Warum sollten die Sender zusätzlich Geld für eine Fernsehnutzung ausgeben die, gemessen am täglichen linearen TV-Konsum, die Gesamtquote nur im Promillebereich verändern dürfte.

Ob sich das ändern wird, bleibt abzuwarten, denn laut Onlinestudie wächst die Zahl der Nutzer von „Bewegtbildern“ im Netz, das sind Clips, Filme, TV-Programme, Videos. Mittlerweile rund 40 Prozent aller Onliner (20 Mio) schauen in der Woche per Computer solche Angebote - bei den 14 bis 29-Jährigen sind es bereits über 70%. Spitzenreiter sind dabei immer noch Musik-Videos und die zeitversetzte Nutzung von TV-Angeboten.

* Media Perspektiven, Heft 7-8/2011

Sonntag, 11. September 2011

ARD-ZDF Online Studie: "Digitaler Graben" trotz Internet-Boom

Der Siegeszug des Internets in Deutschland schreitet anscheinend unaufhaltsam voran. Während 1997 gerade einmal 4,1 Millionen Erwachsenen (6,5%) Online waren, sind es 2011 über 51,7 Millionen (73,3%). Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Onlinestudie von ARD und ZDF*. Damit hat sich die Zahl der Internetnutzer seit 2002 mehr als verdoppelt. Die einst von Technikkritikern befürchtete Spaltung der Gesellschaft in gut informierte Onliner und unwissende Internetabstinenzler hat sich scheinbar nicht bewahrheitet.

Die Mehrheit surft gar nicht – oder nur wenig

Zwar steigt die Attraktivität des Internets – und das in den letzten Jahren vor allem bei den Älteren. So sind mittlerweile etwa 7 Millionen der etwa 20 Millionen Einwohner in Deutschland über 60 Jahre online. Addiert man allerdings zu den Online-Abstinenzlern (26,7%) die gelegentlichen Surfer (30%) hinzu, dann spielt damit das Internet für die Mehrheit der Bundesbürger immer noch eine Nebenrolle in ihrem Medienalltag. Außerdem sei die „Kompetenz bei fortgeschrittenen Internetanwendungen“ dieser Gelegenheitsnutzer „relativ gering“. Demnach sei heute nur ein kleiner Teil der Onliner besser informiert, aber „der Großteil nutzt die vorhandenen Möglichkeiten nicht so ausgiebig...“ Insgesamt verfestige sich nach Ansicht der Autoren der Unterschied zwischen den Gelegenheitssurfern und den Intensivnutzern durch diese Entwicklung. Entsprechend skeptisch stehen sie der Vision demokratischer Partizipation über das Internet gegenüber, da sich an solchen Projekten vorwiegend Jüngere und besser Gebildete beteiligen würden. „Zurzeit scheint es, dass sich an dieser Form der Teilhabe am gesellschaftspolitischen Geschehen vor allem diejenigen beteiligen, die ohnehin schon aktiver an diesem teilnehmen, als andere".

Fazit: „Der digitale Graben in der Gesellschaft(...)zeigt sich auch hier.“

Das Geschäftsmodell App läuft noch nicht

Mittlerweile gehen rund 16% der Onliner per Handy, Smartphone oder Organizer in das Internet, doppelt so viel, wie noch vor einem Jahr. Allerdings gehen dabei nur ein Fünftel außerhalb ihrer vier Wände ins Internet, mobiler Empfang spielt sich hauptsächlich zu Hause ab. Ähnlich differenziert muss man die Nutzung sogenannter Apps sehen, den per Smartphone oder Tablett-PC anklickbaren Verbindungen zu externen Medienangeboten. Immerhin verfügen 22% der Onliner bei uns mittlerweile über Smartphone oder Tablett-PC und davon haben 17% Apps auf ihrem Gerät installiert. Die Hoffnung der Unternehmen, mit Apps richtig Geld zu verdienen, trübt bisher die Realität. In den USA nutzen laut ARD/ZDF Onlinestudie nur zwei Drittel die auf ihrem Empfangsgerät installierten Apps. Bei Apple werden zu 80 Prozent kostenlose Apps heruntergeladen. Für gekaufte Apps werden im Durchschnitt in den USA gerade einmal 3,50 € bezahlt.

Online-Video und Audio gefährden bisher weder Fernsehen noch Radio

Gelegentlich nutzen etwa zwei Drittel aller Onliner das Internet zum Anschauen von Videos (68%), etwa ein Drittel zum zeitversetzten Fernsehen (29%) und gut ein Fünftel für Live-TV (21%). Fernsehen per Internet ist aber immer noch ein Randphänomen, gerade einmal 2% der Onliner nutzen dafür täglich ihren Computer. Ähnlich gering ist der tägliche Abruf einzelner Sendungen (on demand).

Auch die Jüngeren nutzen den klassischen Fernsehempfang, denn 90 Prozent sehen weiterhin linear verbreitete Fernsehprogramme. Dazu nutzen allerdings knapp ein Fünftel zum Empfang auch das Internet.

Ein Radioprogramm hören online gelegentlich etwa ein Drittel aller Internetnutzer (27%). Auch hier liegt die tägliche Nutzung aber nur bei gerade 5% aller Onliner und ist noch vernachlässigbar. Bei über 51 Millionen täglicher Radiohörer per UKW, fallen die 2,5 Millionen Internet-Hörer kaum ins Gewicht.

* Media Perspektiven Heft 7-8/2011

Mittwoch, 31. August 2011

Wenn der Fernseher das Programm bestimmt

Gerade haben sich viele Menschen im Gedenken an Vicco von Bülow über den Loriot-Cartoonfilm mit dem defekten Fernseher amüsiert. Da sagt das Männchen mit der Knollennase zu seiner Frau: "Ich lasse mir von einem Fernsehgerät nicht vorschreiben, wo ich hinsehen soll!" (www.youtube.com/watch?v=kVT8PEcmLGk)

Kaum gelacht, da zeigt die mediale Zukunft, wie das bald Realität werden soll. Unter dem Titel: "Dein Fernseher, Dein Freund" meldet die Fachzeitschrift "Werben & Verkaufen" (34/2011), das in den USA eine Set-Top-Box auf den Markt kommen wird, die per Gesichtserkennung den TV-Gucker identifizieren kann. In der Folge würde dann das Gerät dem Zuschauer Programme anbieten, die er häufiger sieht oder aufgezeichnet hat. Dafür wird die Set-Top-Box der Firma "Viewdle"* mit einer Kamera und einer Software für Gesichtserkennung ausgestattet.

Wer also künftig nach eigenem Gusto sein TV-Programm auswählen will, muss sich dann wohl eine Pappnase oder Maske aufsetzen, um unerkannt zu bleiben. So etwas wäre für Loriot, der in seinen Sketchen Verkleidungen liebte, sicherlich ein Fest gewesen - vielleicht arbeitet er bereits für "Gott-TV" daran?

* Das Unternehmen ist nicht im Schwabenland, sondern im kalifornischen Palo Alto angesiedelt!