Montag, 14. Oktober 2013

Sieben-Tage Beschränkung für ARD/ZDF-Mediatheken vor dem Aus?



Die Rundfunkreferenten der Landesregierungen diskutieren derzeit, ob die zeitliche Beschränkung des Abrufs öffentlich-rechtlicher TV-Sendungen im Internet gelockert oder ganz aufgehoben werden soll. Bisher dürfen ARD und ZDF ihre Sendungen nach der ersten Ausstrahlung nur 7 Tage lang auf ihren Online-Mediatheken per Abruf anbieten. (1) Laut Paragraph 11 d Absatz 2, des Rundfunkstaatsvertrages ist dies für Großereignisse und Spiele der Fußballbundesligen sogar nur auf 24 Stunden begrenzt.

Einst sollten mit der Regelung die Privatsender sowie kommerzielle Video-Portale vor der Konkurrenz durch ARD und ZDF geschützt werden. Die Öffentlich-Rechtlichen können neben ihren aktuellen Sendungen zusätzlich auch auf ihre umfangreichen Sendearchive zurückgreifen und sie Online anbieten. Gegen diese Konkurrenz würden die Kommerzprogramme ziemlich alt aussehen, vor allem auch wegen ihrer geringen Eigenproduktion. RTL, ProSiebenSat1 und Co kaufen ihre Fiction-Programme vorwiegend bei US-Majors. Für die Verbreitung per eigener Mediathek oder Videoplattform müssen sie aber gesondert die Rechte erwerben. Gleichzeitig sind Zuschauer bisher wenig bereit, für den Abruf eines Film der im Free-TV gelaufen ist, im Internet extra zu bezahlen. Plänen der beiden großen Privatsenderketten (RTL-ProSiebenSat1) zu einer gemeinsamen  TV-Bezahl-Plattform im Internet wurde kürzlich kartellrechtlich ein Riegel vorgeschoben. Auch ZDF und ARD scheiterten mit einem gemeinsamen Modell vor den Kartellwächtern.

Fernsehen per Internet  zunehmend beliebter

Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse der aktuellen  Online-Studie von ARD und ZDF, dass das Interesse am zeitversetzten Online-Fensehen steigt: "Das Internet ist (...) ein Distributionskanal, der für die Verbreitung der Inhalte klassischer Medienanbieter immer wichtiger wird" (2). Im Vergleich zur letzten Onlinestudie 2012 wird konstatiert: "Deutlicher an Zuspruch gewonnen haben das lineare oder zeitversetzte Fernsehen im Netz". (3) Bemerkenswert ist vor allem: "Videoportale sowie die Mediatheken der Fernsehsender zum Live- oder Zeitversetzten Fernsehen werden von Älteren deutlich stärker genutzt als noch  2012" (4) Genau diese Zielgruppe ist für ARD und ZDF wichtig, denn ihre Programme werden gerade von Älteren bevorzugt. Gleichzeitig bietet diese Altersgruppe Wachstumspotentiale, denn während fast alle 14- bis 39-Jährigen bereits das Internet nutzen, sind es bei den über 60-Jährigen weniger als die Hälfte (42%). (5)

Etwa 32% aller Internetnutzer rufen mindestens einmal wöchentlich online Filme ab. Dabei liegen die 14-29-Jährigen (65%) deutlich vor den 30-49-Jährigen (28%), während bei den über 50-Jährigen erst rund 10% regelmäßig Videoportale nutzen. Die Online-Mediatheken der Fernsehsender besuchen 9% aller Internetnutzer wöchentlich und auch hier liegen die Jüngeren (15%) noch deutlich vor den Älteren (7%). Gerade hier bieten sich Möglichkeiten für ARD und ZDF, Zuschauer für die zeitversetzte Nutzung ihrer Programme zu gewinnen.


Scheitert Mobiles Internet-Fernsehen am schleppenden Ausbau der Infrastruktur?


Die wachsende Zahl der Smartphones und vor allem der, für mobiles Fernsehen attraktiven Tablet-PC, dürfte der Entwicklung zum zeitversetzten Fernsehen einen Schub geben. In den USA wurden zwei Jahre nach Markteinführung über 40 Millionen Tablet-PCs verkauft. Für eine solche Verbreitung hatten die Smartphones in den USA immerhin acht Jahre gebraucht. (6) In Deutschland haben mittlerweile ein knappes Fünftel der Haushalte mit Internetanschluss einen Tablet-Computer (7) Für Deutschland prognostiziert die ARD/ZDF Online-Studie daher "Die Beliebtheit mobiler Endgeräte und der Wunsch der Konsumenten nach "Überall-Internet" werden weiter ansteigen(...)." (8) Fraglich bleibt aber, ob die Infrastruktur des Mobilfunks in der Republik für das Überall-Internet zügig ausgebaut wird. Vor allem in ländlichen Gebieten stöhnen heute die Nutzer über die schlechte Versorgung und langsames Internet. Daran wird sich auch so bald wenig ändern, denn die Mobilfunk-Unternehmen bauen das schnelle Internet - mobil wie per Kabel - hauptsächlich in Ballungsgebieten aus. Seit längerem kritisiert etwa die Bundesnetzagentur (9) , dass Anbieter des digitalen Internets per Telefonkabel (DSL) ihre Kunden oft mit unzureichender Geschwindigkeit versorgen - und das gilt auch für Ballungsgebiete. Für den Ausbau des Mobilfunk-Internets bleibt fraglich, ob dafür genügend Frequenzen zur Verfügung stehen. Derzeit wird diskutiert, bisher für das digitale terrestrische Fernsehen (DVB-T) genutzte Frequenzen an den Mobilfunk abzugeben. Das stößt allerdings bisher auf den Widerstand vor allem bei ARD und ZDF.


Will der Nutzer einen Fernseher zum Surfen im Internet wirklich?

Bei des anlässlich jeder Funkausstellung erneut ausbrechenden Medien-Hypes um neue technische Möglichkeiten, wird der reale Umgang der Konsumenten mit ihren Geräten gerne ausgeblendet. Beispiel: Die "Smarten" Fernsehgeräte mit denen man auch Online surfen kann. Sie findet man aktuell in 15,7 Millionen TV-Haushalten der Republik. Allerdings nutzen davon nur etwa 6,5 Millionen Haushalte (41%) ihre smarte Glotze, um ins Internet zu gehen. Folgerichtig äußern sich die Media Perspektiven eher skeptisch: „Obwohl nahezu jedes neu verkaufte Fernsehgerät einen Internetanschluss hat, steckt die Nutzung noch in den Kinderschuhen.“ Das erinnert einen an die hochkomplexen Radio- und CD-Anlagen, die einst allen möglichen Schnickschnack anboten - wie etwa Zufallsgeneratoren für die Auswahl von Musikstücken verschiedener CDs. Da musste man für das Einschalten seines Radios oder CD-Players eine Ingenieur hinzuziehen....

(1) http://www.media-perspektiven.de/fileadmin/downloads/media_perspektiven/PDF-Dateien/2-Rundfunkstaatsvertrag.pdf
(2) Mediaperspektiven, Heft 7-8/2013, Seite 362
(3) Ebenda, S. 366
(4) Ebenda, S. 364
(5) Ebenda, S. 360
(6) Ebenda, S. 386
(7) Ebenda, S. 373
(8) Ebenda, S. 390
(9) http://www.medienfresser.blogspot.de/2013/07/medienanstalten-neutrales-internet.html

Montag, 7. Oktober 2013

Medienanstalt Baden-Württemberg: UKW bleibt "Platzhirsch" beim Radioempfang


Trotz massivem PR-Geklingel für das digitale Radio (Digital Audio Broadcasting DAB) auf der letzten Funkausstellung in Berlin, setzt in Baden-Württemberg die Landesanstalt für Kommunikation (LfK) auch weiterhin auf das analoge UKW. In einer Pressemitteilung vom 30. September 2013 beugt man sich der Realität: "Trotz alternativer digitaler Empfangswege ist das analoge UKW-Radio nach wie vor der Platzhirsch beim UKW Radioempfang und dominiert alle anderen Übertragungswege." 

Bemerkenswert. Gerade bei der LfK hat man sich immer für das digitale DAB-Radio stark gemacht. Jetzt heißt es kleinlaut nur noch: "(...)in Deutschland wird (...) über das langfristige Ende des analogen und begrenzten UKW nachgedacht" (!) Das klingt eher hilflos, als Optimistisch. Man pfeift im Keller und erklärt, zwar würden 81 Prozent aller über 40-Jährigen UKW-Radio hören, aber bei den 20-29-Jährigen seien es nur noch 70,7 Prozent. "Hier geht der Trend zum digitalen Gerät." Richtig - nur nicht zum DAB-Empfangsgerät. Zunehmend wird digital Radio über Smartphones per Mobilfunk gehört. trotzdem trommelt die LfK unverdrossen weiter für DAB, hat sie doch gerade in Baden-Württemberg den Ausbau finanziell gefördert. (Anteile der Rundfunkgebühren, die an die Medienanstalten gehen).

Aktuell kann man im Ländle neben den bundesweit per DAB verbreiteten 13 Radioprogramme weitere vier regionale DAB-Radios hören. (1) Für die LfK bedeutet dies einen "Mehrwert gegenüber UKW". Jetzt sollen drei weitere DAB-Radioprogramme hinzukommen sowie ein Kanal für nichtkommerzielles Radio. Diese Lizenzen werden aber erst im Januar 2015 ausgeschrieben werden - abwarten, ob dann jemand noch das Wort "DAB" kennt.....

Aktuell schreibt die LfK, gemäß Landesmediengesetz, die 16 UKW-Sendegebiete in Baden-Württemberg neu aus.(2) Bewerbungsschluss ist Ende Dezember, die neue Lizenzphase tritt Anfang 2016 in Kraft. Dabei wird eines der bisherigen Lokalradiogebiete auf benachbarte Regionen aufgeteilt. (3) Im nächsten Jahr werden dann die UKW-Lizenzen der nichtkommerziellen Radioprogramme und der Hochschul-Lernradios erneut ausgeschrieben werden. 


(1) BigFM Worldbeats, EgoFM, Liveradio, Schwarzwaldradio

(2)
  • Ein Landesweites Programm - bisher die Jugendwelle Big FM.
  • Drei Regionalprogramme (Radio Regenbogen in Baden, Antenne 1 in Nord- und Mittelwürttemberg, Radio 7 Südwürttemberg)
  • Zwölf Lokalradioprogramme (Sunshine Live, Energy, Radio 107,7, Die Neue Welle, Hitradio Ohr,  Baden.fm, Radio Neckarburg, Radio Seefunk, Donau 3 FM und Radio Ton mit mehreren Standorten)
  • 12 Nichtkommerzielle Radios, darunter das legendäre Radio Dreyeckland in Freiburg
  • Drei Lernradios der Universitäten in Heidelberg, Freiburg und Karlsruhe
(3) Das bisher von Radio Energy versorgte Gebiet Calw, Böblingen und Freudenstadt wird aufgeteilt. Calw und Freudenstadt gehen an das Lokal-Sendegebiet Karlsruhe/Pforzheim/Baden-Baden (bisher Die Neue Welle). Böblingen wird mit Ludwigsburg sowie dem Rems Murr und Enzkreis zusammengefasst (bisher Radio Ton).


Sonntag, 15. September 2013

Digitalradio DAB - Weitere Subventionen für den "Schnellen Brüter"?!


Überall im Wahlkampf heißt es: Sparen, Sparen, Sparen! Da reibt man sich schon die Augen, wenn man die Pressemitteilung des Hörfunkbeauftragten der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), Dr. Gerd Bauer, vom 12. September liest. Er fordert von Bund, Ländern sowie der Europäischen Union die Subventionierung des digitalen Radioprojektes DAB+ (Digital Audio Broadcasting Plus). Seit Jahrzehnten fördern die Landesmedienanstalten den Aufbau der DAB-Infrastruktur aus den ihnen zufließenden Anteilen der Rundfunkgebühren. Auch die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben mittlerweile alleine für DAB+ über 40 Millionen € aus Gebührenmitteln beigesteuert.

Jetzt sollen also Steuergelder dem "Schnellen Brüter" der Radiotechnik neues Leben einhauchen. Letztlich ist DAB+ genauso gescheitert, wie 1991 die Plutonium-Technik samt Reaktor in Kalkar. Nur das Projekt zu beenden, traut sich niemand. Dabei liefert der auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin am 10. September vorgestellte Digitialisierungsbericht 2013 der DLM (1) genug Argumente.

Laut Digitalisierungsbericht rechnet die DLM in diesem Jahr mit 3 Millionen DAB-Geräten in 1 786 500 Haushalten. In Deutschland stehen gleichzeitig in den rund 39,7 Millionen Haushalten über 143 Millionen UKW-Empfänger. Folgerichtig stellt der DLM-Bericht fest, die Digitalisierung im Hörfunk sei "noch nicht sehr weit fortgeschritten". Trotzdem bewertet die DLM es euphemistisch als "erstes positives Zeichen", das sich 2012 rund 500 000 DAB-Empfänger "auf dem Markt" befanden - was immer damit gemeint ist.

Schaut man sich die Zahlen etwas genauer an, so bezieht sich die DLM bei ihren Erwartungen auf Erhebungen der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Konsumelektronik (GFU). (2) Demnach wird die Zahl der rund 500 000 DAB-Empfänger in diesem Jahr um weitere 650 000 Geräte "im Markt" zunehmen. Das sind aber immer noch nur knapp 1,2 Millionen DAB-Empfänger und nicht 3 Millionen. Im DLM-Bericht findet sich der Hinweis: "Die GFU-Berechnung erfasst aber nicht den Verkauf von DAB-Radiogeräten im Auto und von Mehrfachempfangsgeräten (Hybridradios)." Darüber hinaus habe die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) (3) im Februar 2013 auf den massiven Anstieg der Nachfrage nach DAB-Empfängern hingewiesen. Daraus folgt für die Medienanstalten: "Insgesamt ist somit von über 2 Millionen DAB-Empfangs-Geräten in Deutschland auszugehen" Anscheinend rechnet die DLM damit, dass in den letzten Monaten des Jahres also rund 1 Million DAB-Empfänger über den Ladentisch gehen.

Verglichen mit der DLM-Prognose für DAB+ ist Kaffeesatz-Lesen seriöse Wissenschaft!


Einen DAB-Empfänger haben, bedeutet aber noch nicht, das er auch benutzt wird - das wissen auch die Chefs der Medienanstalten. Also ließ die DLM von TNS-Infratest 8600 Personen über 14 Jahre dazu befragen. Fazit: "Die Ergebnisse belegen eindrucksvoll (...) das die analoge UKW-Verbreitung immer noch eindeutig dominiert. 94 Prozent der bundesdeutschen Haushalte verfügen (...) über einen UKW-Empfang, (...) im Durchschnitt über 3,5 Empfangsgeräte" An zweiter Stelle folgt das Internet, immerhin 26,5% hören zumindest gelegentlich online Radio. Digitalradio liegt abgeschlagen mit 5% am Tabellenende.

Die Befragung ergab weiter, das Radio am häufigsten über UKW-Geräte (80%) gehört wird. Mit weitem Abstand folgen in der Präferenz der Empfangs das Internet (5%), sowie Satellit (4,7%) und Kabel (4,7%). "Der DAB-Empfang ist erwartungsgemäß bisher nur für 0,5 Prozent der deutschen Bevölkerung die am häufigsten genutzte Empfangsart", konstatiert der Digitalisierungsbericht.

Angesichts der zunehmenden Verbreitung des Mobilen Internet über Smart-Phones und Tablet-Computer wird demnach der "Verbreitungsweg Internet (...) weiter steigen."  Weiter heißt es: "Stärker als DAB+ hat sich bisher (...) die digitale Radioverbreitung über das Internet entwickelt." Wer braucht da also noch DAB+?


Hoffnungen sieht die DLM für DAB+ in Fahrzeugen, denn dort sei Internet "aus technischen Gründen zumindest vorerst noch Vision". Wenn sich die DLM-Direktoren da mal nicht täuschen.

Am 12. September kündigte Reinhard Clemens, Chef von T-Sytems der Deutschen Telekom eine Online-Plattform für den Empfang in Fahrzeugen an: "Wir haben gerade unsere Netzoffensive gestartet, (..) um in den kommenden Jahren Bandbreiten von 105 Megabit pro Sekunde zu erreichen". (4) Nicht nur die Telekom, auch die anderen Mobilfunkunternehmen dürften ähnliche Überlegungen anstellen.

Fazit: Eigentlich dröhnen mittlerweile die Totenglocken für DAB - aber bei der DLM hält man sich weiterhin die Ohren zu. Eigentlich könnte es einem ja egal sein, wenn nicht für das von der technischen Entwicklung längst ins Abseits verdrängte DAB nicht erneut öffentliche Gelder vergeudet werden sollen. 
(1) Seite 44 - 49

(2) Die GFU ist ein Lobby-Zusammenschluss verschiedener Unternehmen: Astra, Panasonic, Philips, Blaupunkt, Grundig, Samsung, Sony und andere. "Elf führende Unternehmen der Unterhaltungselektronik haben 1973 die Gesellschaft zur Förderung der Unterhaltungselektronik in Deutschland gegründet." und "Zentrale Aufgabe und erklärtes Ziel der gfu - Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik sind: Die Veranstaltung der IFA in Berlin sowie Die Information der Öffentlichkeit über die Entwicklung der Consumer Electronics" http://www.gfu.de/home/about.xhtml

(3) Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg misst die Marktanteile der Fernsehprogramme und veröffentlicht regelmäßig einen Konsumklimaindex. Das Unternehmen gehört mehrheitlich (57%) einem Verein, an dem rund 600 Unternehmen und Einzelpersonen beteiligt sind. Selbstdarstellung - Homepage: "Der GfK Verein ist der Think Tank der Marktforschung. Als Non-Profit-Organisation versteht er sich primär als Vereinigung zur Mehrung des für die Erforschung und Bearbeitung weltweiter Märkte relevanten Grundlagenwissens." http://www.gfk-verein.de/

(4) In einem dpa-Interview, laut www.newsroom.de am 12. September 2013

Donnerstag, 5. September 2013

Eins Plus: "Programmoffensive" soll junge Zuschauer sturmreif machen


Mit einer "Programmoffensive" will der digitale ARD-Fernsehkanal - Eins Plus, jüngere Zuschauer gewinnen. "Eins Plus - Fernsehen für Dich!" kündigt das Programmheft ab dem 16. September an.

Das Programm des Digitalkanals Eins Plus besteht derzeit vorwiegend aus Wiederholungen verschiedener ARD-Service-Sendungen und einem Angeboten an junge Zuschauer. Künftig will man mit neuen Formaten und Fiction-Konserven den Digitalkanal für die unter 30-Jährigen attraktiver machen. Sie bekommen auf Eins Plus künftig 16 Stunden Sendezeit am Tag - auch hier wird ein großer Teil der Sendezeit mit Wiederholungen bestückt.

Auf einem Pressegespräch am 2. September in Stuttgart beim Südwestrundfunk (SWR), betonte Eins Plus-Programmchef, Alexander von Harling: Sein Programm sei ein "Entwicklungslabor für junges Fernsehen". Mit neuen Formaten, Dokumentarfilmen, Serien und Spielfilmen will er in der Prime Time (20.15 Uhr) junge Zuschauer gewinnen. Die eigens für Eins Plus produzierte Programme sollen "Spaß machen und junge Lebenswelt transportieren". Damit will von Harling eine "andere Wahrnehmung von Eins Plus" erreichen.

Da hat er ein ziemliches Stück Arbeit vor sich. Bisher wird Eins Plus vom Publikum anscheinend gar nicht wahrgenommen. Zumindest gibt es bisher keine belastbaren Daten über Quoten oder Marktanteile. Dies musste von Harling auf Nachfrage einräumen und erklärte, dafür sei die Datenbasis der Zuschauermessung einfach zu klein.
In Deutschland wird die TV-Nutzung in 5000 Haushalten (10 000 Personen) über eine Settop-Box erhoben. Hier geben die Zuschauer ein, welches Programm sie gerade sehen. Damit sendet Eins Plus also anscheinend unter Ausschluss der Öffentlichkeit.


Und wie ist das mit der anvisierten Zielgruppe der jüngeren Zuschauer? Programmchef von Harling verkündete in Stuttgart stolz, in der Prime Time (20.15 bis 0.30) habe man, verglichen mit der Konkurrenz, das jüngste Publikum - Durchschnittsalter: 48 Jahre. Da wirkt es schon Tollkühn, wenn sie jetzt die unter 30-Jährigen ins Visier nehmen.

Einst startete der ARD-Digitalkanal im August 1997 unter dem Namen: EinsMuXx als zeitversetzter Wiederholungskanal für Sendungen des 'Ersten'. Federführend ist für den Kanal der Südwestrundfunk (SWR) in Baden-Baden. Im April 2005 änderte der Digitalkanal seinen Namen in Eins Plus, das Programm wurde auf die Wiederholung der verschiedenen Service- und Ratgebersendung der ARD-Programmfamilie ausgerichtet. Ab März 2009 galt dann die Devise, das Programm zum "jungen ARD Digitalkanal" auszubauen, verkündete damals *SWR-Fernsehdirektor Bernhard Nellessen. * Damit sollte ein Platz für "ungewohnliche Ansätze und unorthodoxe Formen" geschaffen werden. Andererseits wiederholte Eins Plus aber weiterhin gut abgehangene Service-, Ratgeber- und Wissensformate anderer ARD-Programme. Bereits damals zeigte sich Eins Plus Redaktionsleiter, Jürgen Ebenau, stolz auf den erreichten Altersdurchschnitt der Zuschauer: 50 Jahre. 

Damit ist Eins Plus also innerhalb von 5 Jahren der ins Visier genommenen Altersgruppe wahrlich einen gewaltigen Schritt näher gekommen. Na dann bis 2060....cool!

Und mit welchen Geschützen soll jetzt die "Programmoffensive" die jungen Zuschauer zur Kapitulation/Einschalten bringen? (...passe mich da nur der SWR-PR-Sprache an). Programmchef von Harling: "Das Leben soll aus einer jungen Perspektive betrachtet werden." So werden in "Die Backpacker - Auf Klima-Tour durch Europa" zwei Gruppen RucksackträgerInnen nach Gibraltar reisen und dabei möglichst wenig CO2 produzieren. "In Deutschland um die Welt" erkundet der, von mir wegen seiner Eloquenz und sprachlichen Eleganz bereits schon früher geschätzte Pierre M. Krause  (siehe Medienfresser 14.03.2013), die Lebenskultur von Migranten in Deutschland. Das Reportageformat "Leben!" bietet Alltagsgeschichten von 16- bis 30-Jährigen in Deutschland.
 
Gut abgehangene Fiction-Ware aus dem ARD-Fundus soll am Abend dann die Jüngeren anlocken. Jeden Donnerstags ab 22.15 läuft die Serie "Sternenfänger". Laut Wikipedia wurde sie 2002 (!) mit Nora Tschirner und Oliver Pocher von Nico Hofmann (teamWorx Ufa/Bertelsmann-Produktion) produziert. Im Ersten fielen die 26 Folgen durch, deshalb gab es keine zweite Staffel. Es geht hier um Liebe-Triebe am Bodensee. (Na da haben doch "Bonanza" und der "Forellenhof" noch Chancen für einer Wiederauferstehung)

Wie sagte in Stuttgart auf dem Pressetermin doch Thomas Jung, Programmchef des Radiopopsenders SWR 3 zur Perspektive von Eins Plus: "Unser Auftrag ist: Entwicklung, Entwicklung und Innovation!"

Na dann...


* "Leuchturm oder Resteverwertung?", Funkkorrespondenz, 06.03.2009

Montag, 2. September 2013

Merkel / Steinbrück: Politik-Darsteller und Journalisten-Imitate


Im große Töne spucken ist das Fernsehen - privat wie öffentlich-rechtlich - immer gut: "Das TV-Duell" boten am Sonntag Abend (2.9.) ARD, ZDF, RTL und ProSieben ihren Zuschauern. Über 17 Millionen haben eingeschaltet, davon mehr als 10 Millionen das Erste. Während so die ARD auf knapp 30 Prozent Marktanteil kam, waren es beim ZDF mit 3,7 Millionen gerade mal 10 Prozent, RTL wie Pro Sieben kamen auf 2,2 Millionen und 1,5 Millionen Zuschauer. Wer dachte, das die Jüngeren Stefan Raab und sein Programm bevorzugen würden, irrte sich. Mit 3,17 Millionen Zuschauern zwischen 14- und 49-Jahren hatte das Erste mehr, als RTL und Pro Sieben zusammen.

Dabei fragt man sich, ob die Zuschauer im Ersten einfach nur leidensfähiger sind, denn was die ARD da präsentierte war zum Gruseln. Da wurde die Anfahrt der beiden Kontrahenten vor dem Studio in Adlershof gezeigt. Die CDU hatte für Merkel eine Fangruppe herangekarrt. Sie hielten Plakate mit ihrem Konterfei in die Höhe und skandierten Sprechchöre, als würde Mutti in den Big-Brother-Container einziehen.

Günther Jauch versuchte als Grinse-Onkel die Zeit bis zum Beginn des 'Duells' um 20.30 Uhr spannend zu machen - dramatisch lief neben ihm eine Uhr rückwärts auf Null. Ja Null. Wieder einmal stellte er unter Beweis, dass er vielleicht als Quizz-Moderator etwas taugt - einen Journalisten kann man ihn wirklich nicht nennen. Aber da befand er sich ja in guter Gesellschaft zu den "Kollegen", die Merkel und Steinbrück im Studio in die Mangel nehmen sollten.

Der für RTL antretende Peter Klöppel fiel nicht auf - farblos und desinteressiert spulte er seine Fragen ab. Maybritt Ilner vom ZDF blieb ähnlich farblos. Peinlich konnte man nur die hektisch und unkonzentriert wirkende Anne Will für die ARD empfinden. Zu Beginn versuchte sie auf Kernig zu machen, redete aber konfus und ließ sich von Mutti über den Mund fahren. So fiel es dem Pro Sieben-Schlachter-Sohn Stefan Raab leicht, für etwas Pepp in der faden Politwurst zu sorgen. Er versuchte Peer Steinbrück zum Schluss aus dem Konzept zu bringen als er fragte, wen er denn wählen solle, um eine große Koalition zu bekommen. Dies schließt der SPD-Kandidat ja für sich aus. Mehr als wildes Gestikulieren und Lautstärke konnte Raab aber eigentlich auch nicht bieten. Wenn er jetzt wegen seines Auftritts gelobt wird, fällt einem nur der Spruch ein: Bei niedrig stehender Sonne werfen auch Zwerge lange Schatten.

Insgesamt war die Duell-Show mit den vier Fragestellern erneut ein Beleg dafür, wie sehr TV-Journalismus in Deutschland mittlerweile auf den Hund gekommen ist. Mittelmäßige Talkmaster waren mit ihrer Aufgabe überfordert. Aber wir haben eben das Fernsehen, das wir verdienen....

Ach ja, die NSU-Morde der Neonazis waren den Journalisten noch Merkel und Steinbrück nicht einmal einen Halbsatz wert. Soweit zum Thema Integration in der Bundesrepublik und Gefahr von Rechts....

Während nach der Show Jauch bundespräsidentenhaft dröge  zur Diskussion lud, blieb Raab konsequent kommerziell. Er lud die Zuschauer zur Telefonabstimmung, wer der Sieger war. Pro Sieben konnte damit wieder an den Telefongebühren mitverdienen...

Mittwoch, 21. August 2013

MDR-Projekt "Völkerschlacht" - alter Hut! SDR 1970: "Journal 1870/71"


Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) will das 'Jubiläum' der Volkerschlacht von Leipzig 1813 mit "Live-Berichterstattung" auf allen Kanälen begehen. Das meldet der "Spiegel" am 18. August. Demnach wird der MDR zwischen dem 14. und 18. Oktober täglich live in seinem TV- und Radioangebot sowie Online über das "aktuelle Geschehen" berichten. In "Live-Schalten" melden sich Korrespondenten von der "Front", aus Paris und Moskau. Auch der für seine Adels-Beweihräucherung gefürchtete Rolf Seelmann-Eggebert steuert aus Paris ein "Interview" mit Napoleons Frau, Kaiserin Josèphine, bei. Moderieren soll das MDR-Spektakel Tagesthemen-Moderator Ingo Zamperoni.


Alles schon mal dagewesen: SDR Journal 1870/71 anno 1970

Was 2013 als Experiment daherkommt, ist eigentlich ein alter Hut. Ab dem 27. Juli 1970 präsentierte der Süddeutsche Rundfunk (SDR) in Stuttgart im Ersten Programm ab 21.45 Uhr sein "Journal 1870/71". In insgesamt sieben fast einstündigen Sendungen wurden die Ereignisse des deutsch-französischen Krieges in der Fernseh-Nachrichtensendung eines fiktiven TV-Kanals aus der Schweiz präsentiert. Damals gab sich die Crème de la Crème des deutschen TV-Journalismus die Ehre. Ausgestattet in den Kostümen der Zeit berichteten Heinz-Werner Hübner, Peter Scholl-Latour, Friedrich Nowottny, Ernst-Dieter Lueg, Gert Ruge vom Krieg zwischen Napoleon III. und Deutschland. Sie waren dabei, als Bismarck im Spiegelsaal von Versailles den preußischen König Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser krönen ließ. Auch der Aufstand der Pariser Commune im März 1871 und seine blutige Niederschlagung wurden gezeigt. Die Bilder, die der 'Korrespondent' Georg Stefan Troller vom letzten Widerstand und der Exekution der Kommunarden zeigte, erinnerten schockierend an die damaligen Tagesschau-Berichte vom Vietnam-Krieg.

Ob das MDR-Projekt in der Zeit des Reenactment - also der Nachstellung historischer Ereignisse durch Amateure - und der Scripted-Reality Formate im kommerziellen Fernsehen mehr als den Eindruck flatternder Fahnen, knatternde Mimen und bunter Uniformen erzeugen kann, wir werden es sehen.

siehe auch: http://tvlizenz.swr-media.de/production_detail.cfm?film_id=114

Donnerstag, 8. August 2013

Radionutzung: Private Werbewellen verlieren weiter



Die Manager der privaten Radioprogramme dürften mit den am 16. Juni veröffentlichten Ergebnissen der Hörerforschung (Radio Media Analyse 2013 II) (1) nicht zufrieden sein. Ihre Wellen erreichen bei den 14-49-Jährigen nur noch 7,5 Millionen Hörer pro Werbestunde (Montag-Freitag, 6-18 Uhr). (2) Sie haben hier innerhalb eines halben Jahres rund 263 000 Hörer (-3,4,%) verloren. Vergleicht man dies mit vor einem Jahr, fällt das Minus noch deutlicher aus (-450 000 oder -5,7%). Dagegen konnten die Werbung ausstrahlenden Radioprogramme der ARD gewinnen, sie legten um +84 000 Hörer (+1,7%) auf 5,15 Millionen zu. Alle Werbeprogramme zusammengerechnet erreichen bei den 14-49-Jährigen stündlich etwa 12,7 Millionen Hörer (40%). Bezogen auf alle Einwohner ab 10 Jahre, schalten stündlich 23,5 Millionen (32%) einen öffentlich-rechtlichen- oder privaten Dudelsender ein.

Die 14-49-Jährigen sind für den Verkauf von Werbezeiten der Radioveranstalter immer noch die wichtigste Zielgruppe, sie gelten als Konsumfreudig und für neue Produkte ansprechbar. Dabei liegt der Hauptgrund für den Rückgang der Hörerzahlen im demografischen Wandel  - Die Bundesrepublik wird also immer älter. Knapp 73,4 Millionen (+10 Jahre, incl. deutsch sprechende Ausländer) Einwohner hat die Bundesrepublik. Innerhalb von sechs Monaten sank aber der Anteil der 14-49-Jährigen um -400 000 (-1,1%) auf 37,5 Millionen. Dagegen stieg die Zahl der über 50-Jährigen um eine halbe Million (+1,6%) auf 32,9 Millionen. Deutlich negativer ist die Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen (10-19), ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung sank auf 7,9 Millionen, das sind 180 000 weniger, als noch vor einem halben Jahr (-2,3%).

Ältere Zielgruppe wächst - ARD-Werbewellen profitieren
 
Die wachsende Zahl der über 50-Jährigen freut vor allem die Verantwortlichen der ARD. (3) Sie konnten ihren Höreranteil um +185 000 auf 6,5 Millionen erhöhen und den Abstand zu den Privaten ausbauen. Privatsender konnten zwar auch zulegen - um 36 000 Hörer 50+ pro Werbestunde auf 4,1 Millionen. Aber die Entwicklung dürfte den Managern der Privaten Kopfschmerzen bereiten. Im Gegensatz zu den ARD-Landesanstalten, die auf unterschiedliche Altersgruppen fixierte Werbewellen verbreiten, orientieren sich die meisten Privatsender an der Zielgruppe 14-49.

Für die Werbetreibende Wirtschaft müsste eigentlich die steigende Zahl älterer Menschen wichtiger werden. Immerhin kamen 2012 etwa 520 Millionen € der insgesamt 1,5 Mrd € Werbeeinnahmen (brutto) des Hörfunks alleine aus den Sparten Handelsorganisationen (REWE, Kaufhof und Co.) PKW und Möbelhäuser (4). Ältere gelten schon lange nicht mehr als Konsummuffel, sondern werden als wachsende und kaufkräftige Käuferschicht erkannt. Bereits 2007 stellte eine Studie des Bundesministeriums für Jugend fest: Die Hälfte aller Konsumausgaben in den Sektoren Nahrungsmittel und Bekleidung werden von über 50-Jährigen getätigt. 


Die Zahl täglicher Radiohörer nimmt ab

Neben den Hörern pro Werbestunde ist für die Messung des Erfolges eines Radioprogramms auch die Reichweite wichtig, also wie viele Hörer pro Tag einschalten. Die Reichweite ist für die Macher der Werbewellen und werbefreie Programme gleichermaßen eine wichtiger Maßstab. Auch hier werden die MA-Ergebnisse vor allem den Privaten nicht gefallen haben. (5) Insgesamt sank innerhalb eines halben Jahres die Tagesreichweite aller Radioprogramme um -350 000 auf 58,2 Millionen Hörer(+10 Jahre). Damit blieb sie zwar mit 79,7% der Bundesbevölkerung (+10) auf dem Stand der letzten Zählung vor einem halben Jahr. Aber die Öffentlich-Rechtlichen Programme konnten um knapp +600 000 auf knapp 39 Millionen Hörer zulegen und vergrößerten den Abstand zu den Privatsendern. Diese verloren im selben Zeitraum über -530 000 Hörer und werden noch von knapp 32,5 Millionen Menschen täglich eingeschaltet.

Demografischer Wandel auch bei den Reichweiten


Sieht man sich die Entwicklung der Reichweite in unterschiedlichen Altersgruppen an, so kommt das Radio bei den 10-19-Jährigen auf knapp 5,4 Millionen tägliche Hörer (-71 000). Den Hörfunk nutzen demnach 68% der Jugendlichen. Auch hier konnten die Öffentlich-Rechtlichen mit rund 2,8 Millionen Reichweite zulegen (+50 000). Die Privaten verloren dagegen (-88 000), bleiben aber weiterhin Marktführer bei den Jüngsten mit 3,8 Millionen Hörer pro Tag. Trotzdem scheint hier der Trend eher weg vom Radio zu gehen. (Siehe auch)  http://www.medienfresser.blogspot.de/2013/03/die-jungsten-horer-wandern-ab.html

Auch die Zahl der Hörer zwischen 14 und 49 sinkt, nur noch 29,3 Millionen (-900 000) dieser Altersgruppe schalten täglich ein Radioprogramm ein. Dabei mussten die Privatradios den Löwenanteil (-808 000) der Verluste verkraften, sie erreichen derzeit täglich noch etwa 20 Millionen Hörer und bleiben trotzdem auch hier vor den Öffentlich-Rechtlichen. Die ARD-Radios konnten aber mit über 17 Millionen Hörer pro Tag und einem leichten Minus (-20 000) aufschließen

Bei den über 50-Jährigen hat die  Reichweite des Hörfunks zugenommen. Der Anteil dieser Altersgruppe an der Gesamtbevölkerung ist auf mehr als 32,9 Millionen (+532 000) gewachsen. Von ihnen schalten täglich fast 26,9 Millionen (+630 000) ein Radioprogramm ein, dabei konnte hier die ARD mit 20,6 Millionen Hörern (+663 000) überproportional zulegen. Die Privaten erreichen in der Zielgruppe nur 10,8 Millionen Hörer (+217 000).
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Offiziell will man aber Ruhe auf dem Radiomarkt. So teilt der Radio-Branchenverband "Radiozentrale" in seiner Pressemitteilung mit: "Stabiler Kurs: Radionutzung in Deutschland auf konstant hohem Niveau" - weist dabei allerdings auf den demografischen Wandel hin. Für die ARD und den größten Vermarkter privater Radiosender, die RMS-Radio Marketing Service GmbH ist das kein Thema. Hier haut man lieber wieder auf die Pauke: "ARD-Radiosender an der Spitze" und "(...)in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen (...) ist der Abstand (...) beachtlich."


(1) Für die Radio Media Analyse werden halbjährlich per Telefon die Hörer befragt. Dabei werden fast 70 000 Interviews geführt. Es werden die Daten für 387 in Deutschland verbreitete Radiostationen abgefragt, davon 53 ARD-Programme.
(2) Media Analyse Radio 2013/II, Hörer pro Werbestunde, Montag-Freitag, zwischen 6-18 Uhr, deutschsprachige Hörer 14-49 Jahre, Quelle: Radio Marketing Service RMS-MA-Trend.
(3) ARD Werbung AS&S MA 2013 Radio II zu 2013 Radio I
(4) Media Perspektiven Heft 6/2013, S. 319
(5) ARD Werbung AS&S MA 2013 Radio II zu 2013 Radio I